Ari

Drei Mal im Leben von Null angefangen

– von Ghukhur bis Hamburg.
Vor ca. 15 Jahren, ich war damals gerade erst 16 Jahre alt, habe ich mein Dorf und meine Familie in Afghanistan verlassen. Aus Afghanistan bin ich in den Iran gegangen und habe dort trotz Aufenthaltsproblemen angefangen als Klempner zu lernen und zu arbeiten und bin nach drei Jahren selbständig geworden. Insgesamt habe ich zehn Jahre im Iran in der Stadt Qom gelebt und gearbeitet, eine Stadt, in der die meisten Menschen religlös sind, obwohl ich selbst Ungläubiger bin, was nicht einfach war. Ich habe Geld verdient und meine Familie in Afghanistan unterstützt. Aber leider war ein Leben im Iran ohne Aufenthaltspapiere nicht mehr möglich deswegen musste ich den Iran verlassen und ein zweites Mal flüchten. Aber wohin kann man ohne Papiere reisen? 2015 habe mich dazu entschieden, dass ich in die EU flüchten muss. Ich habe die Grenze zwischen dem Iran und der Türkei zu Fuß über die Berge überquert (wir wurden von Soldaten beschossen aber glücklicherweise haben sie uns nicht getroffen).
Genau wie andere Flüchtlinge musste ich über das Meer mit dem Luftboot nach Griechenland übersetzen. Von Griechenland weiter mit dem Bus, Zug, zu Fuß und… bis ich in Hamburg gelandet, wo alles Neu und Anders war. Ich konnte die Sprache nicht, kannte keinen Menschen … „wieder ein neuer Start“. Ich habe Asyl beantragt und nach ein paar Monaten wurde es anerkannt und ich durfte in Deutschland bleiben. Dann musste ich die Sprache lernen. Leider durfte ich als afghanischer Flüchtling am Anfang nicht an den offiziellen Sprachkursen teilnehmen deswegen musste ich im Geflüchteten-Camp, wo mehrere Menschen sich ein Zimmer teilen und in Bibliotheken allein lernen. Dann habe ich die Sprache gelernt und in 2018 eine Ausbildung zum SHK angefangen. Seit mein Asyl-Antrag in 2016 anerkannt wurde, durfte ich nach einer Wohnung suchen. Aber eine Wohnung zu finden in HH war nicht einfach. Und endlich nach fast vier Jahren habe mit Hilfe meines Chefs in 2019 eine kleine Wohnung gefunden. Ich fühle mich in die Wohnung wohl und mache meine Ausbildung weiter. Ich habe bis jetzt viele Menschen kennengelernt und darunter sogar die besten Freundinnen und Freunde meines Lebens!