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Ich arbeite seit 2015 als selbstständiger Fotograf mit Schwerpunkt auf Street- und Social Photography. Meine Arbeit bewegt sich zwischen dokumentarischer Beobachtung und persönlicher Perspektive. Mich interessieren Menschen in ihrem Alltag, urbane Räume und jene flüchtigen Momente, in denen sich Geschichten, Emotionen und gesellschaftliche Realitäten verdichten.

Meine fotografische Perspektive ist geprägt von meiner Kindheit in León, Nicaragua, wo ich in einfachen Verhältnissen aufwuchs und nur begrenzten Zugang zu Kunst und kreativen Ausdrucksmöglichkeiten hatte. 2007 kam ich nach Deutschland – nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr und mit einem abgeschlossenen Pharmazie-Studium im Gepäck.

Da mein Studium in Deutschland nicht anerkannt wurde, musste ich meinen beruflichen und persönlichen Weg neu definieren. Die Fotografie wurde zu einer Möglichkeit, meine eigene Sprache zu entwickeln und die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Ein entscheidender Wendepunkt war der Tod einer Freundin. Erst danach erkannte ich die besondere Bedeutung der Fotografien, die ich von ihr gemacht hatte. Sie waren nicht mehr nur Momentaufnahmen, sondern Träger von Erinnerung, Nähe und einer gemeinsamen Geschichte. Diese Erfahrung veränderte meinen Blick auf die Fotografie nachhaltig.

Seitdem interessiert mich nicht allein, was ein Bild zeigt, sondern auch, was es erzählt und was zwischen den sichtbaren Momenten liegt. Ich verstehe die Kamera als Instrument, die Fotografie als Medium und die eigene Perspektive als eine Sprache, mit der sich persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Wirklichkeiten sichtbar machen lassen.

Ich trage meine Kamera stets bei mir, offen für Begegnungen und Situationen, die sich nicht inszenieren lassen. Dabei bin ich nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt. Besonders reizt mich jedoch die dokumentarische Fotografie von Menschen in ihrem Alltag – ungestellt, verletzlich und echt.